Die Mahnung der Gefangenen von Stukenbrock respektieren

Appell an die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, den Obelisken auf dem Friedhof des Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlagers „Stalag 326 VI K“ in seiner ursprünglichen Form wieder herzustellen.
Wir, die Unterzeichner, fordern die neue Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf, den Obelisken auf dem Friedhof des Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlagers „Stalag 326 VI K“ in Stukenbrock wieder in die Form zu bringen, die ihm von den überlebenden Gefangenen nach der Befreiung im April 1945 gegeben wurde.
Innerhalb weniger Wochen errichteten sie dort den zehn Meter hohen dreieckigen Obelisken, der am 2. Mai 1945 an Anwesenheit von Vertretern der sowjetischen und US-amerikanischer Truppen eingeweiht wurde.
An der Spitze brachten sie eine stilisierte rote Fahne an. Sie war die Staatsfahne der Sowjetunion und ihrer Soldaten, von denen etwa 65.000 auf dem Friedhof begraben liegen.
Die weitere weltpolitische Entwicklung nahm auch Einfluss auf die Form und die Aussage des Obelisken. Die rote Fahne wurde entfernt. Ein orthodoxes Kreuz trat an ihre Stelle. Anschließend wurde der Obelisk unter Denkmalschutz gestellt. Dieser Widerspruch von Genesis und Geltung des Mahnmals hält bis heute an.
Im kommenden Jahr wird es 70 Jahre her sein, dass die Nazi-Truppen am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfallen haben. Dieser Jahrestag sollte uns Mahnung sein, den Obelisken in seiner authentischen Form wieder herzustellen.
Wir fordern daher die Landesregierung und das Landesparlament von Nordrhein-Westfalen auf, ihren Beschluss aus dem Jahre 2004 endlich umzusetzen, nämlich dem Mahnmal seine ursprüngliche Form wieder zu geben, so wie es von den Überlebenden gestaltet wurde.