Grußwort der LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW

gesprochen von Katharina Niebergall am 1. September 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

für uns als Vorstand der LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen ist es eine besondere Ehre, hier dieses Grußwort auf dem Gedenkfriedhof Stukenbrock halten zu dürfen. In diesem Zusammenhang möchten wir nochmal unser große Traurigkeit, aber auch unsere Wut gegenüber der Zeit von 1939-1945 ausdrücken. Auf diesem Friedhof ist deutlich das Schicksal dieser Jahre zu sehen, und bei uns als SchülerInnen bricht einfach nur Fassungslosigkeit aus, wenn wir sehen, wie viele Menschen wegen einer politischen Haltung ihr Leben verloren haben.

Gerade der Gedenkfriedhof Stukenbrock stellt für uns einen ganz besonderen Ort dar, denn er ist an einer Stelle erstellt worden, die in der Zeit des Dritten Reiches schon vor dem Überfall auf die Sowjetunion als Gefangenenlager ausgewiesen wurden. Da dieser Ort durch seine Vergangenheit vieles negatives mit sich bringt ist umso wichtiger, dass dieser Ort heute von Würde, Einsicht und Aufrechtigkeit gekennzeichnet ist.

45 Jahre Antikriegstag in Stukenbrock - Sonnabend, 1. September 2012

14.00 Uhr Friedhofsführungen
15.00 Uhr Kranzniederlegung
Gedenkansprache:
Michael Sommer
DGB-Vorsitzender

Auch am 1. September 2012 kommen wir nach Stukenbrock. Wir wollen dort an die zu Tode gequälten 65000 sowjetischen Kriegsgefangenen und zahlreichen Zwangsverschleppten aus den Staaten der damaligen UdSSR und Jugoslawien, aus Polen, Frankreich und Italien erinnern. Wir wollen mahnen und gedenken!
Wir erinnern an das erste Wochenende im September 1967. Annähernd einhundert Menschen kamen nach Stukenbrock, um im damals herrschenden Kalten Krieg zwischen West und Ost Signale für eine alternative Politik der Verständigung und Versöhnung mit dem Osten zu setzen. Dafür wurden wir bespitzelt, beschimpft und bedroht. Unsere Arbeit fand Anerkennung im In- und Ausland, vor allem seitens der Überlebenden des Lagers in der damaligen UdSSR. Wir wollten und wollen durch unsere Arbeit helfen, das politische Klima versachlichen.
Auch 45 Jahre danach kommen wir immer noch zum Antikriegstag nach Stukenbrock, weil es notwendig ist, weiterhin Zeichen zu setzen
gegen Kriege als Mittel der politischen Auseinandersetzungen,
gegen die Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegen,
gegen die noch lagernden Atomwaffen in unserem Land und für atomwaffenfreie Zonen in Europa und im Nahen Osten,
gegen Neonazismus und dessen Tolerierung und Förderung durch staatliche Stellen,
für Frieden, Demokratie, Toleranz und Menschenwürde.
„Und sorget Ihr, die Ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern“.
Diese Mahnung von Stukenbrock ist uns Auftrag und Verpflichtung.
Die Toten von Stukenbrock mahnen zur Wachsamkeit!
Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock e.V.

Antikriegstag 2011 - Eröffnung der Mahn- und Gedenkveranstaltung am 3. Sept. 2011 in Stukenbrock

Hubert Kniesburges Vorsitzender des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK
03.09.2011
Liebe Friedensfreundinnen,
liebe Friedensfreunde
sehr geehrte Damen und Herren

ein klarblauer Himmel versprach an diesem Sonntag, dem 22. Juni einen schönen, warmen Start in den Sommer 1941. Überall in der damaligen Sowjetunion freuten sich die jungen Menschen auf die traditionellen Schulabschlussfeiern.

Doch der herrliche Sommertag wurde sehr schnell blutrot eingetrübt durch Artilleriefeuer und Bombardements. Niemand wollte so recht glauben, dass an diesem Morgen das Leben in Frieden abrupt beendet war. Von nun an waren die Menschen gezwungen, ihr Recht auf Leben zu verteidigen und dafür zu sterben.

Gegen Geschichtsrevisionismus und Kriegspolitik (Gedenkrede von Dr. Peter Strutynski)

Peter Strutynski *
(Rede bei der Gedenkfeier „Blumen für Stukenbrock“ am 3. September 2011)

Ich bin dem Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ für die Einladung zur diesjährigen Gedenkfeier sehr dankbar. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen und ein paar Gedanken gegen Geschichtsrevisionismus und Kriegspolitik vortragen.

Als vor 72 Jahren der zweite Weltkrieg begann, wurde mit der Umsetzung dessen Ernst gemacht, was die Nazis und ihre Profiteure aus Großindustrie und Wirtschaft lange geplant hatten: die Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkriegs mit dem von ihnen so genannten Versailler „Schandvertrag“ und die Suprematie Deutschlands über alle Großmachtrivalen der Welt. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren wurde zudem der Anspruch unterstrichen, die „slawischen Untermenschen“ zu unterjochen und die „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ ein für alle Mal auszurotten.

Mahn- und Gedenkveranstaltung 2011 - Für Frieden – gegen atomare Bedrohung

Sowjetischer Soldatenfriedhof Stukenbrock-Senne, Senner Straße

Sonnabend, 3. September
14.00 Uhr Friedhofsführungen
15.00 Uhr Kranzniederlegung
Gedenkansprache:
Dr. Peter Strutynski
Kasseler Friedensforum

Am 22. Juni vor 70 Jahren begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die UdSSR auch der Leidensweg der Kriegsgefangenen des Stalag 326 in Stukenbrock- Senne. Wir erinnern an diesem Antikriegstag an das Friedensgebot des Grundgesetzes und an das  NIE WIEDER der Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Konzentrationslager. Wir sind empört darüber, dass auf dem Truppenübungsplatz Senne erneut Soldaten für jetzige und künftige Kriege ausgebildet werden. Wir sind empört darüber, dass immer noch zahlreiche gefährliche Atomwaffen in unserem Land lagern und nichts getan wird, um diese los zu werden und dass nach Tschernobyl und Fukushima noch immer an den Atomkraftwerken festgehalten wird! Wir sind empört darüber, dass neue und alte Nazis immer noch marschieren dürfen! Wir erwarten von der Bundesregierung: 

  • den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan,
  • keine Beteiligung deutscher Soldaten an Einsätzen in Nordafrika,
  • ein Verbot der NPD und aller neonazistischen Organisationen,
  • Initiativen für den umgehenden Abzug der Atomwaffen aus Deutschland,
  • ein Gesetz über die schnellste Abschaltung der AKW.

  „Und Sorget Ihr, die Ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern“. Das war und bleibt das Leitmotiv unseres Handelns.

Antifaschistisches Workcamp am Friedhof www.antifa-workcamp.de

Wegbeschreibung