Antikriegstag 2010
Unser aktueller Aufruf zum Antikriegstag 2010.
Eröffnung Mahn- und Gedenkveranstaltung
am 4. Sept. 2010 in Stukenbrock
Hubert Kniesburges Vorsitzender des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK
Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, verehrte Anwesende,
65 Jahre nach Kriegsende versammeln wir uns hier auf diesem Gräberfeld anlässlich des Antikriegstages, der an den völkerrechtswidrigen Angriff der Wehrmacht am 1. September 1939 auf Polen erinnert. Wir gedenken der 65.000 toten sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier im Lager 326 zu Tode gequält wurden. Außer ihnen starben in diesem Lager zahlreiche Gefangene und Zwangsverschleppte aus der UdSSR, aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien.
So wie wir an ihr Leid und an ihren Tod erinnern, gedenken wir all der vielen Millionen Menschen, die im 2. Weltkrieg und den vielen Kriege danach, so auch in Jugoslawien, dem Irak, Afghanistan ihr Leben verloren haben. All diese Toten mahnen uns, Kriege als Mittel der Politik zu verdammen!
Mit einer Schweigeminute wollen wir der Toten gedenken.
Aufruf zum Antikriegstag 2010
Historische Gedenktage sind für uns Tage der Erinnerung und Mahnung. Vor 65 Jahren wurde Deutschland von Krieg und Faschismus befreit. Seit 20 Jahren ist Deutschland wieder vereinigt. Beide Ereignisse haben das Leben in Deutschland und Europa entscheidend geprägt. Beide Ereignisse eröffneten die Chance grundlegender Veränderungen in der Politik.
Wurden sie genutzt, damit von Deutschland nur noch Frieden ausgehen kann? Wurden sie genutzt, damit NS- Gedankengut bei uns keine Chancen mehr hat?
Die Bedeutung der Befreiung 1945 ist bei vielen Menschen noch umstritten, trotzdem gibt es allen Grund für Dankbarkeit an die Befreier und an die Widerstandskämpfer gegen das NS- Regime. Die Nachkriegsentwicklung sowie die Ursachen der deutschen Spaltung werden heute bewusst mit der herausgehobenen Erinnerung an den 3. Oktober 1990 verklärt.
Wir meinen: Der kalte Krieg von 1946 bis 1990 und die Beteiligung des wieder vereinigten Deutschlands an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien sowie am gegenwärtigen Krieg in Afghanistan widersprechen dem Friedensgebot des 8. Mai 1945 und dem Willen der Menschen unseres Landes nach einer friedlichen Zukunft. Aber nicht nur in der Außenpolitik blieben historische Chancen ungenutzt. So ging die Wiedervereinigung einher mit dem Aufflammen von Nationalismus und Rassismus. Dies führte nicht zuletzt zur faktischen Abschaffung des im Grundgesetz verbrieften Rechts auf politisches Asyl und zu einer Abschottung der Grenzen Deutschlands bzw. der EG-Staaten vor hilfesuchenden Flüchtlingen.
Die Tatsache, dass sich Nazis frei betätigen können, widerspricht ebenfalls diesem Friedensgebot.
Es ist an der Zeit, jetzt die überfällige Wende zu beginnen:
- Unser Land muss glaubhaft und beispielhaft internationalen Frieden fördern. Dazu ist ein sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan notwendig. Terrorismus wird nicht durch Krieg beendet, er wird dadurch nur gefördert.
- Unser Land muss frei sein von Atomwaffen. Ein sofortiger Abzug der vorhandenen US- Atomwaffen ist erforderlich.
- Unsere Region braucht keine neuen Kampfdörfer, in denen Menschen für den Krieg ausgebildet werden. Erziehung zum Frieden und zur Toleranz muss Bestandteil aller Bildungspolitik sein!
- Unser Land darf eine Ausbreitung faschistischen Gedankenguts nicht zulassen! Ein Verbot neonazistischer Parteien und Organisationen ist überfällig!
In Stukenbrock mahnen 65.000 zu Tode gequälte sowjetische Kriegsgefangene und zahlreiche dort ums Leben gekommene Kriegsgefangene und Zwangsverschleppte aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien zu Frieden und Toleranz.
Wir rufen auf zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung am Sonnabend, dem 4. September 2010 auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Schloß Holte- Stukenbrock für Frieden und Toleranz, für Freundschaft mit allen Völkern.
Antikriegstag 2009
Wir erinnern an den Überfall der deutschen Wehrmacht vor 70 Jahren auf Polen und damit an den Beginn des 2. Weltkrieges. Wir erinnern an die Befreiung unseres Landes durch alliierte Truppen im Frühjahr 1945.
Wir gedenken der Menschen, die in diesem Krieg und durch die Kriegsfolgen ihr Leben verloren haben, der 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Stalag 326 VI/K in Stukenbrock-Senne zu Tode gequält und der Menschen, die in KZ- und Gefangenenlagern ermordet wurden.
Wir wollen, dass den Befreiern des Stukenbrocker Lagers ein Denkmal gesetzt wird und endlich das von den Überlebenden auf dem Friedhof errichtete Denkmal wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wird.
Wir wollen, dass der Wille der Überlebenden von Stukenbrock respektiert wird. Wir kommen am 5. September zu den Gräbern in Stukenbrock
- weil uns der Frieden das Wichtigste ist,
- weil wir den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland fordern,
- weil wir gegen jede Form des Faschismus sind,
- weil wir keine Kampfdörfer in der Senne wollen.
Wir wollen nicht, dass deutsche Soldaten wieder Kriege führen. Sie müssen endlich aus Afghanistan abgezogen werden! Die Mahnung von Stukenbrock
UND SORGET IHR, DIE IHR NOCH IM LEBEN STEHT ,DASS FRIEDEN BLEIBT, FRIEDEN ZWISCHEN DEN MENSCHEN, FRIEDEN ZWISCHEN DEN VÖLKERN
muss der Leitgedanke allen politischen Handelns werden.
Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock e.V.
Das Vermächtnis von Stukenbrock
Rede anläßlich der Mahn- und Gedenkveranstaltung des Arbeitskreises "Blumen für Stukenbrock" e. V. auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof am 6. September 2008 von Jürgen Rose
Sehr geehrte Versammelte, liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde!
Trotz der großen Ehre, die es für mich bedeutet, heute hier zu Ihnen sprechen zu dürfen und trotz des besonderen Vertrauens, daß der Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" mir dadurch erweist, daß er erstmalig einen aktiven Bundeswehroffizier dazu eingeladen hat, die alljährliche Gedenkrede auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof Stukenbrock zu halten, erfüllt es mich mit Beklemmung, als deutscher Soldat hier an der Stätte des "STALAG 326" zu stehen. Handelt es sich doch um jenen Ort, wo vor mehr als einem halben Jahrhundert bis zu zwei Millionen sowjetischer Soldaten unter menschenverachtenden Umständen vor sich hin vegetieren und mehrere Zehntausende von ihnen brutal krepieren mußten.
Aus der Begrüßungsansprache von W. Höner
Werner Höner, Vorsitzender des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock e.V.
Sehr verehrte Frau Landrätin, sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des NRW -Landtages,
Verehrter Herr Vetrow, stellvertretender Generalkonsul der Russischen Förderation , sehr verehrter Botschaftsrat Makaev von der Außenstelle seiner Botschaft in Bonn,
liebe Freundinnen und Freunde, verehrte Anwesende,
erneut versammeln wir uns hier auf diesem Gräberfeld anlässlich des Antikriegstages, der an den völkerrechtswidrigen Angriff der Wehrmacht am 1. September 1939 auf Polen erinnert. Wir gedenken der 65.000 toten sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier im Lager 326 zu Tode gequält wurden. Außer ihnen starben in diesem Lager zahlreiche Gefangene und Zwangsverschleppte aus der UdSSR, aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien.


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